Hakenkreuze auf dem Schulklo, extremistische Schmierereien, Beleidigungen, Hitlergruß im Schulflur. – All das scheint in den sächsischen Schulen zum Alltag geworden zu sein. Das Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) meldet 247 rechtsextrem motivierte Vorfälle für das Jahr 2025, so viele, wie noch nie. Das LaSuB begründet dies unter anderem mit der steigenden Sensibilisierung der Schulleitungen, Vorkommnisse zu melden, wohingegen wir besorgt bezüglich des neuen Höchststands sind.
»Dass sich Rechtsextremismus so drastisch in den sächsischen Schulen zeigt, ist beängstigend, und das lässt sich nicht nur mit sensibilisierten Schulleitungen erklären, sondern stellt ein strukturelles Problem dar, dem wir uns vor allem durch Demokratiebildung und Prävention stellen müssen«, betont unsere Vorsitzende Lina Zeeh. Demokratiebildung muss zum Querschnittsthema im sächsischen Lehrplan werden. Historische und politische Bildung müssen fächerübergreifend gedacht und ausgebaut werden, fordern wir. Dazu gehören Gedenkstättenbesuche, Zeitzeug:innengespräche und weitreichende Förder- und Beratungsprogramme für Schüler:innen, um Themen wie Ausgrenzung, Toleranz, Propaganda und die Bedeutung von Zivilcourage, Menschenrechten und Verfassungsfeindlichkeit einen selbstverständlichen Platz im Lehrplan zu sichern.
Des Weiteren müssen Extremismuspräventionsangebote in den Schulen verankert werden. Extremismus gefährdet die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Gesellschaft, und vor allem Jugendliche können anfällig für radikale Ideologien sein. Der Freistaat muss Verantwortung übernehmen und das Problem klar benennen und bekämpfen. Auch Lehrkräfte müssen eine zentrale Rolle im Präventionskonzept spielen und vollumfänglich dafür qualifiziert sein, Inhalte sachgerecht und tiefgründig zu vermitteln, sowie Anzeichen von Radikalisierung zu erkennen. »Wenn wir nicht früh genug anfangen, Schüler:innen sowie Lehrkräfte zu sensibilisieren, könnte die Schule als demokratischer Ort in Zukunft infrage stehen«, fasst Lina zusammen.
»Schule darf nicht neutral sein, sondern muss grundlegende Werte, wie Freiheit, Toleranz und Gleichberechtigung vermitteln. Das funktioniert nicht, wenn gerade rechtsextreme Ideologien die Klassenzimmer beherrschen«, warnt Lina.

