Diese Woche steht der ›Handygipfel‹ mit dem Sächsischen Staatsminister für Kultus und der Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend an. In diesem Atemzug sind die Rufe nach Verboten als Lösung immer wieder laut geworden. Wir (LSR) widersprechen, denn das ist vermeintlich einfacher, aber zu kurz gedacht.
»Für uns gibt es keinen sinnvollen Ansatz im Bezug auf die Regelung von Handynutzung an Schulen, der durch Regelungen auf Landesebene entstehen kann. Erstrecht können sachsenweite Handyverbote keine Lösung sein. Der Vorteil an der jetzigen Handhabung ist doch, dass die gesamte Schulgemeinschaft für sich einen Umgang finden kann, der dann gemeinsam getragen und auf die schulischen Bedürfnisse angepasst wird. Die Regelung, die man für sich selbst findet, ist eine, die vor allem junge Schüler:innen besser annehmen können. Das bedeutet für den Schulalltag, ein praktisches Beispiel zu haben, um Demokratie erleben und Vorschläge einbringen zu können und müssen, die mehrheitsfähig sind«, erklärt unsere Vorsitzende Amy.
Wir sehen nicht nur in der Partizipationsmöglichkeit einen entscheidenden Vorteil, sondern auch in der zwangsläufig damit verbundenen Thematisierung des Mediennutzungsverhaltens. In den Schulen muss der Raum sein, dieses Thema zu besprechen und sich in einem geschützten Rahmen der Grenzen und Möglichkeiten bewusst zu werden.
»Fast alle Schüler:innen besitzen digitale Endgeräte, die zum Alltag geworden sind. Aber wie viele Elternhäuser können es leisten, eine qualitative Medienbildung zu ermöglichen? An dieser Stelle muss die Schule ansetzen. Schule kann nicht nur der Ort sein, an dem Faktenwissen vermittelt wird. Vor allem praktische Kompetenzen müssen den Schüler:innen mitgegeben werden – dazu gehört mit an erster Stelle die Medienbildung«, so Amy.
Wir sprechen uns dafür aus, dass Schüler:innen im schulischen Rahmen eine frühzeitige und praktische Medienbildung erfahren. Die Befähigung zum kritischen Hinterfragen der digitalen Angebote muss Priorität haben. Alle Schüler:innen müssen in der Lage sein, Fake News zu erkennen, digitale Quellen zu prüfen und sich verantwortungsbewusst mit der Informationslast auseinanderzusetzen. Ein unerlässlicher Punkt dabei ist, dass die Lehrkräfte angemessen fortgebildet werden.
»Medienkompetenz erlernen die Schüler:innen nicht durch Handyverbote. Wir brauchen ein breites Medienverständnis und ein angeleitetes Nutzungsverhalten im schulischen Kontext. Nur so können die Schüler:innen für das Leben in einer digitalisierten Welt vorbereitet werden«, schließt Amy.:

