Anfang der Woche wurde der Bildungsmonitor 2025 vorgestellt. In dieser Vergleichsstudie werden anhand von 98 Indikatoren jährlich die deutschen Bildungssysteme miteinander verglichen. Wie in den Vorjahren belegte das sächsische Bildungssystem auch in diesem Jahr den ersten Platz. Wir nehmen dies zum Anlass, um auf erhebliche Herausforderungen im sächsischen Bildungssystem aufmerksam zu machen. Grundsätzlich muss zuerst angemerkt werden, dass sich das sächsische Bildungssystem bei dem Vergleich der Werte von 2013 bis 2025 um -0,3 Punkte verschlechtert hat und damit in dieser Ansicht Platz 6 im bundesweiten Vergleich belegt.
»Wir sehen immer wieder, dass entscheidende Fortschritte mit einer sicheren Finanzierung stehen und fallen. Bei der Frage der Ausgaben steht Sachsen nur auf Platz vier hinter den Bindungsländern Thüringen, Bayern und dem Saarland. Wenn man das mit den Werten seit 2013 vergleicht, stellt man fest, dass Sachsen in diesem Punkt 18,9 Punkte verloren hat. Investitionen in Bildung sind dringend notwendig, um das sächsische Bildungssystem zukunftsfähig aufzustellen. Wenn wir jetzt an der Jugend sparen, sparen wir an den Generationen, die die zukünftige Gesellschaft bilden«, erklärt unsere Vorsitzende Amy.
Auch bei der Frage der Schulabbrecher:innen steht Sachsen nicht als bestes Bundesland da. Mit Platz 9 ist hier eine große Herausforderung zu lösen.
»Die schlechte Platzierung bei den Schulabbrecher:innen muss zwangsläufig ein Indiz dafür sein, dass in dem sächsischen Bildungssystem nicht alles rund läuft. Wären Schulen ein Ort, welchen die Schüler:innen gerne besuchen, Dinge über den Unterricht hinaus erleben können und diesen vor allem auch mitgestalten könnten, würden weniger die Schule ohne Abschluss abbrechen«, führt Amy aus.
Dies zeigt sich auch im Punkt der Schulqualität, bei der das sächsische Bildungssystem seit 2013 um 20,7 Punkte abgenommen hat und damit Platz 3 belegt.
»Man kann sich nicht über einen ersten Platz freuen, wenn man an seinen eigenen früheren Ergebnissen im Punkt der Qualität starke Abnahmen zu verzeichnen hat. Wenn die Qualität nicht steigt, dann hat man sich auch nicht verbessert«, so Amy.
Eine große Baustelle stellt die Digitalisierung für Sachsen dar. Hier erreicht das sächsische Bildungssystem insgesamt Platz 10. Dies gilt auch für die WLAN-Ausstattung an den Schulen.
»Aktuell führen wir lieber Debatten darüber, wie wir mit Handyverboten die Herausforderungen einer digitalisierten Welt lösen, anstatt Schüler:innen auf ein Leben in dieser vorzubereiten. Die Schule muss es schaffen, den Schüler:innen Medienkompetenz zu vermitteln. Eine Grundvoraussetzung dafür ist, dass an den Schulen WLAN und digitale Endgeräte zu finden sind«, fordert Amy.
Insgesamt muss man aber darauf hinweisen, dass es sich beim Bildungsmonitor nur um einen deutschlandweiten Vergleich handelt. Ein erster Platz in dieser Vergleichsstudie bedeutet niemals, dass man ein optimales Bildungssystem vorfindet. Wir müssen uns als Land daran messen lassen, wie unsere 16 Bildungssysteme im internationalen Trend dastehen.
»Bröckelnde Schulen, fehlende Lehrkräfte und fehlendes Fachpersonal in den multiprofessionellen Teams sind nur einige der Punkte, mit denen die sächsischen Schüler:innen tagtäglich konfrontiert sind. Unser Bildungssystem muss sich wandeln. Das funktioniert jedoch nur, wenn man Bildung als wichtigste Priorität anerkennt und entsprechend Geld in die Hand nimmt«, schließt Amy.

