Turn Awareness into Action – LandesSchülerRat fordert Maßnahmen zur mentalen Gesundheit

Immer mehr Jugendliche leiden unter Zukunftsängsten. Ob Klimawandel und dessen Folgen, die Auswirkungen der Corona-Pandemie, wirtschaftliche Unsicherheiten oder globale Konflikte. Alles sind Themen, welche Jugendliche belasten, und dabei sehen wir noch komplett ab von persönlichen oder familiären Problemen. Morgen, zum 01.05.2025, beginnt der Mental Health Awareness Month, um auf Probleme wie diese aufmerksam zu machen. Im Deutschen Schulbarometer 2024 der Robert Bosch Stiftung wurde festgestellt, dass etwa jeder fünfte junge Mensch laut Selbstauskunft zwischen 8 und 17 Jahren psychische Auffälligkeiten aufweist. Auf einen Therapieplatz wartet man sehr lange, wenn man es überhaupt auf eine Warteliste schafft. Das muss sich ändern und insbesondere Schulen müssen hier weitergebildet werden.

Und dennoch ist im Doppelhaushalt 2025/26 Sachsen der versprochene Ausbau multiprofessioneller Teams an Schulen nicht enthalten. Somit erhalten in Zukunft Lehrkräfte und Schulleitungen noch weniger Unterstützung durch Schulsozialarbeit und Schulassistenz. Dies ist nicht der angeteaserte Aufbau des Bildungssystems, sondern das genaue Gegenteil.

Deshalb fordern wir, dass der Freistaat Sachsen die Finanzierung von Schulsozialarbeit und Schulpsychologie sicherstellt. Es ist erforderlich, jede Schule mit einer Vollzeitstelle Schulsozialarbeit pro 300 Schüler:innen auszustatten, welche von einer Schulpsychologie unterstützt wird. »Es ist wichtig, Schüler:innen die Betreuung zu geben, die sie brauchen. Besonders strukturell benachteiligte Schulen müssen sowohl bei Schulsozialarbeit als auch bei Schulpsychologie besonders in den Blick genommen werden und entsprechend einen Anspruch auf zusätzliches Personal haben«, erläutert unsere Vorsitzende Amy.

»Ebenso wichtig ist es, dass Schüler:innen über psychische Probleme und Erkrankungen aufgeklärt werden. Deshalb ist es wichtig, ebendiese Themen fest im Lehrplan zu verankern. Insbesondere sollen vorbeugende Maßnahmen, Früherkennung und Hilfsangebote im Fall von psychischen Erkrankungen beleuchtet werden«, erklärt Amy weiter. Aber auch regelmäßige Präventionsveranstaltungen und die Sensibilisierung von Lehrkräften und Studierenden in Bezug auf psychische Probleme von Schüler:innen sind unabdingbar.

Außerdem soll die Kompetenz Glück fächerverbindend in den Lehrplan aufgenommen werden. »Dass Schüler:innen lernen Frustration zu bewältigen, sich selbst zu entfalten und soziale Beziehungen zu verstehen, ist nicht nur für das spätere Berufsleben von höchster Wichtigkeit, sondern prägt sich auch positiv auf den Alltag der Schüler:innen und ihr Leben miteinander aus«, erklärt Amy. Weitere Themen der Kompetenz sollen Sinnfindung, Geborgenheit, selbstbestimmtes Handeln und Selbstakzeptanz sein. So erlernen die Schüler:innen, klare Ziele zu entwickeln und ihre Schwächen und Stärken selbst zu reflektieren. Die Aus- und Weiterbildungen der Lehrkräfte sollen sich hierfür an Ernst Fritz Schuberts Lehre orientieren.

Es ist von Bedeutung, dass Schüler:innen eine gute Bildung im Bereich ‚Mental health‘ erwerben. Psychische Krankheiten und mentale Probleme existieren nicht erst seit der Corona-Pandemie. Das Problem besteht seit Jahren und es wird Zeit, dass endlich präventiv gehandelt und aufgeklärt wird, anstatt dass das Kultusministerium mit leeren Versprechungen auf Verbesserung um sich wirft.