LandesSchülerRat bangt mit Frau Kurth um sächsisches Bildungssystem

Der LandesSchülerRat Sachsen bangt gemeinsam mit der sächsischen Kultusministerin Brunhild Kurth um das sächsische Bildungssystem. Die jahrelange Trägheit der Staatsregierung im Schulbereich, besonders bei der Einstellung von Lehrkräften, wird spätestens mit Beginn des neuen Schuljahres deutlich in den Schulen spürbar sein.

Der Vorsitzende des LSR, Friedrich Roderfeld, dazu: „Wir sind nicht dazu bereit, die prekäre Lage bei der Lehrerversorgung weiter hinzunehmen. Schließlich sind wir nicht die Verursacher dieses Problems, daher kann es nicht sein, dass wir dieses nun ausbaden müssen.“

Seit Jahren anhaltende Warnungen der Interessenverbände wurden seitens der Staatsregierung weitestgehend ignoriert, der absehbare Lehrermangel beschwichtigt. Seit wenigen Tagen kommuniziert nun auch die Kultusministerin, dass Sachsen ein großes, akutes Problem hat. Bisherige Lösungsversuche der Ministerin waren richtig, allerdings in der Endkonsequenz nicht zielführend. Unabsehbare Faktoren, wie zum Beispiel die eingeführte abschlagsfreie Rente mit 63, führten zu weiteren ungeplanten Engpässen. Die ohnehin schon knapp kalkulierten 1200 Lehrerstellen werden in 7 Wochen nur zu 80 Prozent besetzt sein und damit den Unterrichtsausfall in den Schulen weiter ansteigen lassen.

„Wir müssen gemeinsam durch ein Tal der Tränen gehen“, sagte Frau Kurth in einem heute veröffentlichten Interview. Der LandesSchülerRat Sachsen hat kein Interesse daran, die Ministerin auf dieser Talfahrt zu begleiten, solange die Staatsregierung weiterhin die Zukunft sächsischer Schülerinnen und Schüler riskiert, indem finanzielle Mittel von Finanzminister Unland zurückgehalten und realistische Schülerprognosen für spekulativ erklärt werden.

Demonstrativ überrascht denkt die Kultusministerin nun über die Verbeamtung sächsischer Lehrerinnen und Lehrer nach. Diese ist langfristig jedoch viel teurer als eine kontinuierlich betriebene, nachhaltige Lehrerpolitik. Das nicht mehr zeitgemäße Modell der Verbeamtung verursacht hohe Pensionskosten und lässt ein Zwei-Klassen-System unter den Lehrerinnen und Lehrern entstehen. Vielmehr sollte die Staatsregierung flächendeckende Höhergruppierungen vornehmen, um so mehr Bewerber zu gewinnen und durch vermiedene Pensionen mehr Lehrerstellen einzurichten. Wie in anderen Bundesländern üblich, müssen auch die Einstellungsphasen deutlich früher beginnen, um so mehr Bewerber zur Ausübung des Lehrerberufes in Sachsen zu motivieren.

Angesichts der sich immer weiter verschärfenden Situation wird der LandesSchülerRat Sachsen zu Beginn des neuen Schuljahres einen landesweiten Aktionstag ausrufen. Gemeinsam mit vielen weiteren Partnern aus dem Bildungsbereich und mit Unterstützung tausender Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und Vertretern der Politik soll auf die unhaltbare Situation im sächsischen Bildungssystem aufmerksam gemacht werden.

Der Vorsitzende des LSR, Friedrich Roderfeld, dazu: „Wir haben uns entschieden, am Anfang des neuen Schuljahres abermals einen Aktionstag durchzuführen, ähnlich wie 2013. Wir konstatieren, dass sich das eigentliche Problem an Sachsen Schulen seit unserem letzten Aktionstag nur wenig verbessert hat, im Gegenteil, an vielen Schulen ist der Unterrichtsausfall höher denn je. Mit dem Aktionstag wollen wir abermals auf die Probleme im Bildungsbereich aufmerksam machen und echte Lösungen für das Problem einfordern.“

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2 Kommentare

  1. Sehr interessanter Artikel. Hoffe Sie veröffentlichen in regelmäßigen Abständen solche Artikel dann haben Sie eine Stammleserin gewonnen. Vielen dank für die Informationen.
    Gruß Anna

    1. Hallo Anna, das freut uns! Solche Artikel kommen immer passend zur aktuellen Nachrichtenlage in der sächsischen Bildungspolitik.

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