Kürzer geht’s nicht!

kürzer geht's nichtBildung ist Zukunft, das bekommen wir nicht nur von unseren Eltern und Lehrern ständig gesagt, auch Politiker schmücken sich häufig mit solchen Zitaten und hoffen damit auf Wählerstimmen. Jeder investierte Euro in die Bildung habe eine höhere Rendite als die beste Anleihe hört man gar. Doch wie wird diese Vorreiterrolle der Bildungspolitik in der Realität eigentlich umgesetzt?
2010 wurde durch die aktuelle, sächsische Regierung beschlossen, zukünftig 17,000 Stellen im Landeshaushalt zu streichen. Speziell die Universität Leipzig sieht hierdurch ganze Fakultäten (konkret: Archäologie und Theaterwissenschaften) gefährdet. Die Konferenz sächsischer Studierendenschaften (kurz KSS), die offizielle Vertretung der Studenten in Sachsen, hat deshalb zu einer Protestkundgebung am 25.06. in Leipzig, auf dem Augustusplatz, aufgerufen. Im Protestaufruf heißt es:
„Wer heute kürzt, setzt damit die Zukunft aller Menschen aufs Spiel. Bildung ist Zukunft! Unser Kulturerbe, die Hochschulen sowie die Schulen vor Ort tragen zur Attraktivität bei, können Abwanderung verhindern und sichern somit das Fundament für die weitere Entwicklung der Regionen.“
Der Landesschülerrat Sachsen setzt sich seit vielen Jahren für die Wahrung der Spitzenposition der sächsischen Bildungspolitik im deutschlandweiten Vergleich ein. Auch in unseren Augen gilt, wer Schulden abbauen will, muss in die Bildung investieren; wer an der Bildung spart, schadet sich selbst.

Von der Sparpolitik sind längst nicht nur die Hochschulen betroffen. Veraltete Schulgebäude, mangelnde technologische Ausstattung und fehlende Lehrmittel sind Alltag an vielen sächsischen Bildungseinrichtungen. Dabei sind Schulen zusammen mit Kindertagesstätten die Grundlage für die Zukunft Sachsens. Hier weiter unzureichend Mittel zu investieren, heißt gleichsam am Ast der nächsten Generation zu sägen. Daher heißt es jetzt gemeinsam die Probleme erkennen und handeln!

Einsparungen im Hochschulbereich senken außerdem die Attraktivität der Region und dem Abitur als Abschluss. Gerade in Zeiten des Mangels an Fachkräften in der Industrie und Lehrern, bildet die Universität den Schlüssel zur Kompetenzvermittlung und zum Erhalt der Konkurrenzfähigkeit sächsischer Industrie und Bildungspolitik.

Die Situation ist besorgniserregend. Die Schulen auf dem Land stehen vor dem aus, ab 2017 müssen 1.000 Lehrer pro Jahr mehr eingestellt werden, der verschlafene Generationswechsel steht ins Haus. Alle Partner an Schulen, Lehrer, Eltern und Schüler wollen die Verantwortung für die Lösungen dieser Herausforderungen tragen. Daher gehen am 25.06. Studenten und hoffentlich auch ihr Schüler für:
• eine selbstbestimmte Schule,
• flexibel einsetzbare Schulsozialarbeit für alle Schulen,
• eine Schule als Zentrum des gesellschaftlichen Lebens
• Abbau der Förderungshürden für Schulsanierungen,
auf die Straße.

Nur so können Schulen zu neuen Orten von moderner Lern- und Lehrkultur gestaltet werden. Dazu müssen Schüler und Eltern endlich mehr in den Prozess eingebunden werden. Ein Bildungssystem von den Beteiligten, für die Beteiligten ist die Devise.

Wir können Politik mitgestalten. Ergreift die Chance und unterstützt die Demonstrationsveranstaltung gegen die finanziellen Kürzungen im Bildungsbereich und für eine stärkere Investition in unsere Zukunft!

Weitere Informationen im Netz: http://kuerzung.wordpress.com/

Wann und wo?

Datum: 25.06.2014
Uhrzeit: 13.00 Uhr
Ort: Leipzig, Augustusplatz