Neues Schulgesetz: Zukunftsfähiges Gemeinschaftswerk im Interesse der Schülerschaft

Der Sächsische Landtag hat heute das „Gesetz zur Weiterentwicklung des Schulwesens im Freistaat Sachsen“ beschlossen. Damit steht ein jahrelanger Entwicklungsprozess vor dem Abschluss, an welchem der LandesSchülerRat Sachsen von Beginn an aktiv beteiligt war.

Der LandesSchülerRat Sachsen begrüßt den Willen zur Veränderung, den der Gesetzestext ohne Zweifel aufzeigt. Mit einem moderneren Bildungsauftrag und dem Fokus auf den einzelnen Schüler in seiner Persönlichkeit ist dieser fortschrittlich. Ebenso ist es gelungen, die Stärkung der schulischen Eigenverantwortung umzusetzen, so kommt das Gesetz auch der Forderung des LandesSchülerRates nach einem Schulkonto für die einzelne Schule nach.

Besondere Vertiefung hat die Schulsozialarbeit gefunden, für welche der Freistaat nun solide Mengen an Finanzmitteln bereitstellt – besonders für Oberschulen, die sogar flächendeckend mit Schulsozialarbeitern versorgt werden sollen, ein Schritt nach vorn. Final ist es nun auch gelungen, die Vorgaben zur Inklusion, denen Sachsen gemäß UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet ist, in belastbare Rechtsnormen zu gießen.

Landesschülersprecher Friedrich RODERFELD ist zufrieden: „Der Beteiligungsprozess für die Prägung des Entwurfes war ein lobenswerter Schritt. Dennoch wurde das Potenzial nicht vollkommen ausgeschöpft, was einigen Unmut hervorrief. Umso erfolgreicher war die Gestaltung des Schulgesetzes im Sächsischen Landtag. Der LandesSchülerRat hat in diesem Punkt sehr gut mit den Fraktionen zusammengearbeitet, ein solides und zukunftsfähiges Gesetzeswerk ist entstanden. Das neue Schulgesetz trägt somit deutlich die Handschrift der Schülerinnen und Schüler.“

Lediglich eine konkrete Forderung des LandesSchülerRates fand den Weg nicht ins Gesetz: Der nachdrückliche Wille zur Digitalisierung.

RODERFELD dazu: „Ich bin dennoch zuversichtlich, dass das sächsische Bildungssystem den Digitalwandel angemessen berücksichtigen wird. Das Kultusministerium hat erkannt, wie wichtig dieses Thema ist und arbeitet zum Beispiel in der eigenen Arbeitsgruppe intensiv daran.“

Insgesamt zieht der LandesSchülerRat eine positive Bilanz. RODERFELD: „Das Gesetz ist ein Gemeinschaftswerk, in im Laufe des Verfahrens zu Recht viele Interessen eingearbeitet wurden. Es schafft eine solide Basis, damit sächsische Bildung auch in Zukunft richtungsweisend ist. Nun gilt es, bei Ausgestaltung der Verordnungen und der Lehrpläne ebenso den Schülerwillen einzubringen.“

Zur Pressemitteilung (PDF)

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Eine Antwort auf Neues Schulgesetz: Zukunftsfähiges Gemeinschaftswerk im Interesse der Schülerschaft

  1. Kristina Schormann sagt:

    Lieber Landesschülerrat,

    zufällig bin ich auf Ihre Seite gestoßen und möchte gerne anmerken, dass ich es toll finde, dass Sie sich für ein längeres gemeinsames Lernen einsetzen. Super und weiter so!

    Allerdings finde ich das Gesetz aus Sicht einer Mutter mit einem behinderten Kind alles andere als Gelungen! Leider wird vieles, was die Wissenschaft schon lange weiß und anderswo seit den 70igern (im Westen) funktioniert, nicht berücksichtigt. Inklusion bedeutet nicht, um jeden Preis ein behindertes Kind in eine Schule für „Normale“ zu stecken. Inklusion ist eine Generationenaufgabe und bedeutet so viel wie eine Gesellschaft für alle. Es handelt sich um ein Menschrecht und nicht um ein „Nice to have“ oder“ wir sind so gnädig und lassen Euch mitspielen“. Durch Vielfalt wird Lernen nicht schlechter. Dringend notwendige soziale Kompetenzen werden gestärkt.

    Jedenfalls habe ich nicht den Eindruck, dass die auf Freiwilligkeit (bisher hat es niemand freiwillig getan, also wer wird es jetzt tun?) beruhenden Kooperationsverbünde uns dem Ziel einer inklusiven Gesellschaft näher bringen. Mir scheint es so, dass behinderte Kinder weiterhin nach „Güteklasse“ sortiert und an freiwilligen Schulen zentriert werden sollen. Dies ist nichts weiter als eine andere Form des Ausschlusses. Es ist das Recht unserer Kinder in die Wohnort nahe Schule zu gehen, in die die Kinder seines Wohnortes gehen. Alles andere ist nicht Inklusion.

    Dieses Schulgesetz kann nur ein Anfang sein. Der Weg des längeren gemeinsamen Lernens ist da ein wichtiger Baustein für alle Kinder.

    Meine Erfahrung mit der Grundschulzeit meines größeren Sohnes ist, dass Schule in Sachsen nur dazu beiträgt, die Lust am Lernen zu verlieren. Schade, denn Kinder sind von Natur aus sehr wissbegierig, zumindest bis sie in die Schule kommen.

    Viele Grüße und viel Erfolg

    Kristina Schormann

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