LandesSchülerRat begrüßt Änderungen in der Oberstufe ab 2017/2018, fordert sofortige Auflockerung der Einbringungspflicht für Abiturienten

Der LandesSchülerRat Sachsen begrüßt die heute vom Kultusministerium bekanntgegebenen Änderungen, welche ab dem kommenden Schuljahr für die gymnasiale Oberstufe gelten sollen. Demnach werde für die künftigen Schülerinnen und Schüler der Oberstufe eine Naturwissenschaft oder Fremdsprache abwählbar sein. Damit kommt das Kultusministerium den jahrelangen Forderungen des LandesSchülerRates, das hohe Stundenvolumen zu kürzen, nach.

Im Zusammenhang mit der Wiedereinführung des Leistungskurses Biologie kritisiert der LandesSchülerRat Sachsen weiterhin das Ignorieren der Bedeutung des GRW-Unterrichtes (GRW = Gesellschaft-Recht-Wirtschaft). Die Belegung des Faches als Leistungskurs ist in Sachsen nur an einer einzigen Schule möglich, was ein deutliches Signal der Staatsregierung gegen eine verstärkte politische Bildung in der Schule ist. Der heute vorgestellte „Sachsen-Monitor“ stellt eine überdurchschnittlich hohe Zustimmung junger Sachsen bei fremdenfeindlichen Thesen fest.

Landesschülersprecher FRIEDRICH RODERFELD dazu: „Die Maßnahmen des Kultusministeriums sind richtig und sinnvoll. Allerdings ist es nicht verständlich, warum zumindest die Einbringungspflicht nicht sofort aufgelockert wird. Die Schülerinnen und Schüler, die heute die gymnasiale Oberstufe besuchen, sind den gleichen Belastungen ausgesetzt, die man jetzt versucht zu verringern. Daher werden wir uns gegenüber dem Kultusministerium für eine sofortige Änderung stark machen die allen gerecht wird und somit keinen benachteiligt.“

Die Oberstufenreform sieht vor, dass Schülerinnen und Schüler 12 Kurshalbjahresergebnisse weniger in die Abiturnote einbringen müssen. Aus Sicht des LandesSchülerRates gibt es keinen triftigen Grund, diese Möglichkeit nicht auch für die derzeitigen Abiturjahrgänge zu schaffen.

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7 Antworten auf LandesSchülerRat begrüßt Änderungen in der Oberstufe ab 2017/2018, fordert sofortige Auflockerung der Einbringungspflicht für Abiturienten

  1. mikro sagt:

    Wie ist das für Schüler, die heute bereits in Klasse 11 sind und 2018 das Abitur machen. Sind die von der neuen Regelung schon betroffen oder (leider noch) nicht?

  2. Thomas Buhl sagt:

    Hallo, als Elternvertreter eines Kurses Kl. 11 kann ich Eure Forderung nach sofortiger Änderung auch für die Schüler Kl. 11 nur unterstützen. Ansonsten sehe ich zudem die reale Gefahr, dass zahlreiche 11er diese Klasse freiwillig wiederholen werden, um in den Genuss der leichteren Abi-Konditionen zu gelangen. Das könnte zu erheblichen Verwerfungen an den Schulen führen und kann nicht im Sinn des SMK sein. Welche Möglichkeiten für eine Nachjustierung durch das SMK seht Ihr?

  3. Herr Glaubitz sagt:

    Guten Tag,

    ich muss mich doch reichlich um das Ansinnen des Landesschülerrates wundern, wenn er diese „Änderung und Auflockerung“ der Oberstufe begüßt und gar selbst fordert. Anscheinend ist Ihnen nicht klar, welche Folgen hierbei zu berücksichtigen sind:
    Erstens – Sachsen hat sich vor allem durch sein Nichtreformieren im Bereich der Strukturen von Oberstufe, Gymnasium, etc. mit an die Spitze des Bildungssystems gekämpft und erzielt unter Berücksichtigung des IQB Ländervergleichs wieder gute Ergebnisse. Diese sind jedoch Resultat einer allumfassenden Ausbildung. Mit dieser Reform stellt man lediglich das bisherige Konzept in Frage.
    Zweitens – Sinn und Ziel des Gymnasiums ist es, den Schülern und Schülerinnen die Studierfähigkeit zu erlernen. Im Hinblick auf die Belastung, den Druck und Stress in dieser Zeit ist doch die alte Oberstufe, bei der das Abwählen nicht möglich war, eine bessere Vorbereitung. Was nützt es, wenn den Schülern das Abitur geschenkt wird, welchen Sinn erfolgt es? Ich gebe gern zu, dass die Belastung hoch ist, aber dabei – und NUR dabei – können die SchülerInnen über sich hinauswachsen.Im späteren Berufsleben nimmt der Stress eben auch nicht ab.
    Drittens – wer in dieser Oberstufenreform eine vermeintliche, utopische Verbesserung für die Schüler sieht, der täuscht sich.
    Diese ist eher der vergebliche Versuch dem Lehrermangel entgegenzuwirken. Wenn bestimmte Fächer nicht in so großer Zahl unterrichtet werden, können die Lehrer zum Kompensieren des Stundenausfalls eingesetzt werden.
    Viertens – diese Reform führt bzw. kann zum gar „Aussterben“ bestimmter Fächer wie etwa Chemie oder Latein an Schulen, welche nicht die einfachsten, aber dennoch notwendige Fächer sind.

    Ich würde mich auf eine umfangreiche Stellungnahme des Landesschülerrates freuen sowie über eine Begründung, wieso man eine so schändliche, so undurchdachte, so fragwürdige Reform fordern und begrüßen kann.

  4. Nicklas Krüger sagt:

    Wie ist das mit Beruflichen Gymnasien?
    Ich bin gerade in der 11. Klasse, also im Überbrückungsjahr. Ich muss also auch bald meine Kurse wählen.
    Bin auch ich schon in die Änderungen eingegriffen?

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