JuOrgs (1) – Bildungspolitik – ein liberales Kernthema

Der LandesSchülerRat Sachsen steht auch in regelmäßigen Kontakt mit den Organisationen im Ring politischer Jugend (RPJ) e.V. – doch wie positionieren sie sich zur Bildungspolitik? Den Start macht Philipp Hartewig von der Jungliberalen Aktion.

Liebe Mitschülerinnen, liebe Mitschüler,

eine unserer Grundvorstellungen ist ein liberales Gesellschaftsmodell, bei dem Bildung die wichtigste Grundvoraussetzung darstellt. Bildung stellt für uns eine Wissensvermittlung dar, mit dem Ziel, mündige, leistungsfähige und tolerante Bürger zu erziehen. Bildung ist somit Lebensqualität und Voraussetzung für Freiheit. Einen wichtigen Teil stellt dabei die Schulbildung dar.

Da Bildung für uns so ein zentrales Thema darstellt, haben wir auch eine umfangreiche Beschlusslage dazu, von der ich hier nur ein paar Beispiele bringen werde:

Trotz guten sächsischen Bildungssystems sehen wir noch viel Potenzial nach oben.

Wir bekennen uns klar zum Bildungsföderalismus und somit auch zum Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern. Allerdings muss Wettbewerb gewährleistet werden. Darum drängen wir auf ein länderübergreifendes Zentralabitur.

Wir befürworten eine Gliederung in Grundschule, Gymnasium und Oberschule, wobei wir für Hauptschul- und Realschulbildungsgang in der Oberschule sind. Unserer Meinung nach sollen alle Oberschüler den Hauptschulbildungsabschluss ablegen können. Danach entscheiden die erreichten Leistungen oder die Empfehlung der Lehrerkonferenz, ob die Schüler den Weg zum Realschulabschluss weiter beschreiben dürfen.

Besonderen Wert legen wir auf eine zusätzliche Transparenz zwischen den einzelnen Schulformen. Dazu fordern wir Vergleichsarbeiten, welche alle zwei Jahre geschrieben werden sollen und als eine Art Bildungsempfehlung für den weiteren Bildungsweg der Schüler gelten sollen. Die Vergleichsarbeiten sind in einen schulartübergreifenden Teil und einen schulzweigabhängigen Teil untergliedert. Sie sind dementsprechend schulartübergreifend als gleich wichtig anzusehen, wie auch gleich zu bewerten.

Ein weiterer wichtiger Baustein für eine hohe Bildungsqualität ist immer die individuelle Förderung der Schüler. Wir werben daher für ein Angebot von Lerngruppen, welche ressourcenschonend auch von Lehramtsstudenten (zum Beispiel im Praktikum), Honorarkräften oder ausgeschiedenen Lehrern geführt werden können.

Wir sehen zudem Freie Schulen als Chance, den Wettbewerb im Bildungsbereich zu fördern. Dazu benötigen sie allerdings mehr Freiräume bei Entscheidungen über ihr Konzept und Personal. Die Überprüfung erfolgt über die einheitlichen Vergleichsarbeiten. Besonders ein Modell ähnlich der „Charter Schools“ halten wir für begrüßenswert. Hierbei erhält ein Trägerverein die Schule (welche ansonsten schließen müsste), was gerade im ländlichen Raum viele Vorteile mit sich bringt.

Bildung hat für uns oberste Priorität. Daher fordern wir einen verfassungsrechtlich geschützten Teil des Staatshaushalts für die Bildung.

Des Weiteren setzen wir auf eine stärkere Kooperation zwischen staatlichen Schulen und privaten Unternehmen, welche Schulpatenschaften übernehmen können. Dies wird bereits jetzt teilweise schon praktiziert.

Wir sehen es für notwendig an, den staatlichen Schulen mehr Freiräume bei finanziellen Mitteln und Personal zu übertragen, einschließlich der Kapitalisierung von freien Lehrerstellen.

Um den Schülern das Gefühl zu geben, an der Schule etwas bewirken zu können, sind wir für eine direkte Wahl des Schülersprechers und seines Stellvertreters. Die restlichen bereits vorhandenen Möglichkeiten zur Schülermitwirkung unterstützen wir.

Zudem sollte unserer Meinung nach den Eltern mit dem Schulstart des Kindes auf einer weiterführenden Schule schriftliche Exemplare des Schulgesetzes, der Schulordnung der jeweiligen Schulform, sowie der Schülermitwirkungsverordnung zur Verfügung gestellt werden.

Das aktuell größte Problem mit dem Lehrermangel zeigt, wie wichtig langfristige Planung ist. Wir fordern daher langfristig solide kalkulierte Einstellungspläne, um die Schwankungen in Schüler- und Lehrerzahlen bestmöglich ausgleichen zu können.

In Reaktion zum sich verstärkendem Lehrermangel soll der Freistaat Sachsen seine Einstellungspläne besser langfristig kalkulierbar und transparenter gestalten, um potenziellen Lehramtsanwärtern eine bessere persönliche Planung zu ermöglichen.

Wir sprechen uns für eine Abschaffung von Grundschulbezirken aus, da die Eltern und Schüler auch in der Grundschulzeit selbst entscheiden sollten welche Schule sie besuchen möchten.

Allgemeinbildende Schulinhalte müssen unserer Meinung nach stärker auf die wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekte der realen Gesellschaft bezogen werden.

Die Lehrinhalte und die Inhaltsvermittlung des Hauptschulabschlusses sollen mit höherem Anteil praxisbezogen gestaltet werden. Dies sollte vermehrt orientiert an konkreten Berufsbildern auch in Kooperation mit einer Schulpatenschaft vollzogen werden.

Praktische Fächer an der Oberschule sollen geschlechtsunabhängige Pflichtfächer sein.

Das Konzept des fächerübergreifenden Unterrichts halten wir für förderungswert, da durch die verschiedenen Herangehensweisen das Wissen zu den Themen vernetzter und somit gefestigter ist. Ebenso befürworten wir das Konzept der Profil- bzw. Neigungskurswahl.

Wir befürworten eine Stärkung der Naturwissenschaften an den weiterführenden Schulen (ab Klasse 5).

Wir sehen es für nötig an, den Lehrplan im Fach Gemeinschaftskunde/ Rechtserziehung/ Wirtschaft zu überarbeiten. Das Fach sollte bereits ab der 8. Klasse an Gymnasien und Oberschulen unterrichtet werden, um den Unterricht inhaltsreicher ausgestalten zu können.

Ebenso muss Informatikunterricht gestärkt werden. In kaum einem Beruf kommt man heute noch ohne Computer aus. Wir fordern daher mehr Vertrauen in die Computer-Kenntnisse und Lernfähigkeit der Schüler zu setzen. Objektorientierte Programmierung, Netzwerke, Webdesign und praktische Übungen im Aufbau von Computern dürfen nicht nur den Klassen 11 und 12 vorbehalten sein. Fächerübergreifender Unterricht bietet sich bei Informatik dank der großen Überschneidungen mit Mathematik, Physik, Biologe, Englisch und so weiter an.

Wir sprechen uns auch für die Wiedereinführung von Biologieleistungskursen aus.

Für weitere Fragen zu bildungspolitischen Themen stehe ich jederzeit zur Verfügung. Erreichen könnt ihr mich über Facebook oder philipp.hartewig@julia-sachsen.de.

Liebe Grüße,
Philipp

Die Texte geben die Meinung des jeweiligen Autors wieder und nicht die des LandesSchülerRates Sachsens.

Eine Antwort auf JuOrgs (1) – Bildungspolitik – ein liberales Kernthema

  1. David sagt:

    „Wir sprechen uns für eine Abschaffung von Grundschulbezirken aus, da die Eltern und Schüler auch in der Grundschulzeit selbst entscheiden sollten welche Schule sie besuchen möchten.“ – wie steht ihr denn da jetzt zu den Zuschüssen für die SchülerInnenbeförderung. Würde mir ein Schulbesuch in Leipzig gestattet wenn ich in Dresden wohne und würde dann Dresden oder Leipzig die Fahrtkosten übernehmen? Oder dürfen nur Kinder reicher Eltern in den Genuss des Schule aussuchens kommen? Normalerweise ist doch die FDP immer ganz vorn mit dabei wenn es um das kürzen solcher Zuschüsse geht.

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